Affinitätsdiagramm

Das Affinitätsdiagramm kann Ideen, Probleme oder Lösungen in zueinander in Verbindung stehenden Gruppen organisieren. Es dient zur Strukturierung und Filterung des Research.

Das Affinitätsdiagramm wurde in den 1960er Jahren von Jiro Kawakita neben der ähnlichen KJ-Methode entwickelt. Abstrakt gesehen ist es auf viele Sachverhalte übertragbar. So kann es in verschiedenen Designphasen zur Anwendung kommen. Das Grundprinzip des Affinitätsdiagramm ist das Aufschreiben von Daten, z.B. auf kleine Post-Its, und dann die Bildung von Kategorien, die aufgrund der Häufigkeit bestimmter Themen auftreten. Das wäre das Affinitätsdiagramm zur Herleitung von Oberthemen. Weiterhin können z.B. im Rahmen von Usability-Tests die Erfahrung der Probanden auf unterschiedlich farbigen Post-Its festgehalten werden um so allein visuell durch die Farbe, die vorher bestimmten Teilen des Programmes oder Problemfeldern zugeordnet wurde, sich wiederholende Fehler in der Bedienung zu erkennen. Auch in der Kontextanalyse kann das Affinitätsdiagramm zum Einsatz kommen. Hier werden verschiedenen Probanden verschieden farbige Post-Its zugeordnet und jeder Beobachtung einer Person wird eine Haftnotiz zugeordnet (empfehlenswert sind hier 50 bis 100 Beobachtungen pro Person), danach werden die Beobachtungen in Themen gruppiert und die Farbigkeit der Themen ist ein Indikator dafür, wieviele Personen die selben bzw. ähnliche Beobachtungen (oder auch Erfahrungen) gemacht haben.

Weiterhin kann man das Affinitätsdiagramm auch sehr gut zur Strukturierung nach einem Brainstorming benutzen. Generell kann es dazu benutzt werden, eine große Flut an Informationen zu strukturieren und Haupthemen aus diesen Informationen herauszukristallisieren. Zwischen diesen Unterthemen der Haupthemen können wiederum Verbindungen gezogen werden. Das Affinitätsdiagramm wird dabei meist, jedoch nicht immer, vom konkreten zum allgemeinen entwickelt. Mann kann also anhand von verschiedenen Daten Oberthemen aus den Daten generieren oder man definiert vorher Oberthemen und ordnet die Daten dann diesen vordefinierten Oberthemen zu.

Ein Affinitätsdiagramm kann man natürlich analog anlegen, aber auch die Digitalisierung des analogen Diagramms ist nicht unüblich und mithilfe einiger Hilfsprogramme auch kein Problem. Tools wie das Eclispe Framework, MS Office Visio, OmniGraffle oder der MS StickySorter können teilweise sogar digital das Haftnotiz-Feeling emulieren und bieten die Möglichkeit, sein Diagramm auch ortsunabhängig weiterzuentwickeln und von anderen einsehen und bearbeiten zu lassen.

Einsatzmöglichkeiten des Affinitätsdiagramm

Wie bereits erörtert wurde, kann das Affinitätsdiagramm in der Analyse, Ideenentwicklungsphase aber auch bei der Evaluation fertiger Projekte eingesetzt werden. Damit ist es sehr universell und findet, allgemein gesagt, überall da Anwendung, wo Informationen strukturiert, organisiert, gesichtet und analysiert werden müssen. Es werden Erkenntnisse über Ähnlichkeiten, Nachbarschaften und Abhänigkeiten von Elementen gewonnen.

Fehlerquellen des Affinitätsdiagramm

Die Inhalte der Zettel sollten klar sein und von jedem in der Gruppe, der die Zettel den jeweiligen Themen zuordnet, verstanden worden sein. Andererseits kann es zu Missverständnissen und so zu falschen Relationen zwischen den Zetteln kommen. Das Affinitätsdiagramm macht weiterhin keinen Sinn, wenn die Inhalte bzw. Informationen überschaubar sind und somit keine Strukturierung der Informationen nötig ist. Beim Affinitätsdiagramm nach Brainstormings ist die Gruppengröße noch entscheidend – so sollte die Gruppe nicht zu groß und nicht zu klein sein.

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