Designethnografie

Durch verschiedene andere Methoden wird ein Verständnis für die Welt des Nutzers beim Designer erzeugt.

Bei dieser Methode geht es um das Beobachten und das Studium von Menschen bzw. Nutzern in ihrer täglichen Umgebung. Ergebnis sollte ein beschreibender Bericht von Leben und Kultur in dem zu untersuchenden Gesellschaftssystem sein. Das Ganze kann durch verschiedene beobachtende Methoden erfolgen: (unstrukturierte) Interviews, detaillierte Beobachtung (beispielsweise Videobeobachtung) oder auch durch die Analyse von Dokumenten. Dabei soll ein breites Verständnis des Nutzers, seines Lebens, der benutzten Sprache und des Kontextes der benutzten Artefakte entstehen. Durch dieses, durch die Designethnografie erzeugte Verständnis des Nutzers und des Nutzungskontextes, kann der Designer zielgerichteter designen und muss nicht auf subjektiven Vermutungen aufbauen. Francis Müller beschreibt die Ethnografie (im Kontext des Designs) am Beispiel der Skateboarsdzene:

» …Ethnografie bedeutet, ins Feld – also zu den Treffpunkten – zu gehen, wo Skateboarder üben und ihre Freizeit verbringen. Es bedeutet auch, die Internetforen und Blogs auszusuchen, was als »Netnography« bezeichnet wird und wo sogenannte »natürliche« Daten zu finden sind, die nicht durch (künstliche) Befragung evoziert wurden.Die Designerin erfährt zum Beispiel, dass es verschiedene Skateboard-Disziplinen wie »Street«, »Downhill« oder »Vert« in der Halfpipe gibt, in denen man unterschiedliche Skateboards nutzt. Sie erkennt, dass die Lebenswelt »Skateboard« nicht existiert, sondern dass sie aus verschiedenen Szenen besteht, die möglicherweise über eigene Ausschliessungspraktiken verfügen: Eine Gruppe grenzt sich mit Symbolen oder bestimmten Handlungsmustern gegen Trittbrettfahrer ab und erzeugt so ein Wir-Gefühl…«

Einsatzmöglichkeiten

Diese Methode sollte man überall da einsetzen, wo man sich genau klar über den Kontext und die Umwelt des Nutzers ist. Hier sollte man auch darauf achten, dass man falsche Annahmen von sich selbst als gegeben hinnimmt. Alles muss überprüft und verifiziert werden. Mithilfe von anderen Methoden kann die Boebachtung erfolgen.

Fehlerquellen

Richtige Fehler können nur bei der Beobachtung und Befragung an sich auftauchen. So ist darauf zu achten, dass schon Fragen in Interviews den Nutzer beeinflussen und seine Aussagen verfälschen können. Beobachtungen können das Handeln der Nutzer verfälschen, weil ihre natürliche Umgebung gestört ist. Die Nutzer sollten eine gewisse Bindung bzw. Vertrauen zum Beobachter aufbauen, damit sie sich relativ natürlich verhalten und die Ergebnisse der Beobachtung nicht verfälschen.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert