2.5 Valueanalysis von Christopher Jones

1970 | Valueanalysis von John Christopher Jones

John Jones, später erster Professor für Design an der British Open University, kam ursprünglich aus dem Ingenieurwesen und der Kunst. Sein 1970 veröffentlichtes Buch »Design Methods« ist heute ein Standardwerk und wurde in Japanisch, Rumänisch, Spanisch, Polnisch und Spanisch übersetzt. Er, zusammen mit Bruce Archer und Christopher Alexander, gilt als Pionier der Design-Methoden.

Standardwerk für Methoden

In seinem Buch untersucht er natürlich auch den Designprozess an sich (auf seine Ausführungen werden wir später noch einmal genauer eingehen und einige Modelle des Designprozesses untersuchen), unternimmt aber auch einen großen Diskurs in konkrete Methoden. Er blickt aus der Perspektive des Industriedesigners auf den Prozess. Ungeachtet dessen sind seine Erkenntnisse auch für andere Designdisziplinen sehr relevant. Auch Jones erkannte, wie bereits oben beschrieben, die Notwendigkeit von neuen Methoden.

Komplexität bestimmt Prozess

Sein Modell ist je nach Komplexität in Schritte unterteilt (anhand der Schritte werden bestimmte Methoden ausgewählt) und hat so einen universellen Anspruch – je nach Komplexität fallen einige Schritte weg bzw. werden Schritte dazu addiert. In seinem Buch vergleicht er das handwerkliche Design mit den Ansprüchen und der Notwendigkeit eines neuen sozio-technologischen Designs. Dies wird auch durch die linke Spalte seines Modells deutlich, die als Einteilung des Anspruchs bzw. der Komplexität des Modells gesehen werden kann. Bei diesem Modell können auch mehrere Methoden zur Bewältigung eines Schrittes eingesetzt werden – Jones merkt an, dass sich bei zunehmender Allgemeinheit die Schritte verringern und bei zunehmender Gewissheit erhöhen.

Problemlösungsmatrix

Weiterhin hat Jones eine Matrix entwickelt, die jedem Schritt gewisse Methoden zur Bewältigung zuordnet. Einige Outputs der Phasen bzw. Schritte in seinem Modell machen (bei Nichtbewältigung) ein Zurückspringen in vorangegangene Phasen möglich (und erforderlich).

Was bedeutet dieses Modell für den Designprozess?

Teillösungen

Ein Teil von Jones Modell beschäftigt sich mit dem Anfertigen von Teillösungen – dies ist jedoch in der heutigen Zeit und bei einigen Projekten kritisch zu betrachten. Später wird auf dieses Problem etwas mehr eingegangen, es sollte zu diesem Zeitpunkt nur kurz betrachtet werden. Sein Ansatz ist natürlich sehr vom Industriedesign geprägt, aber auch er definiert die Evaluation als eine Phase.

Alternative Designs

Die Anfertigung von alternativem Design setzt er im letzten und vorletzten Schritt fest. Im Hinblick auf die heutige erforderliche Effizienz kann dies auch ein Kritikpunkt seines Modells sein, zumal zu viele Alternativen finanzielle und personelle Ressourcen verschlingen, die eventuell im Designbudget nicht vorgesehen bzw. nicht möglich sind.

Möglichkeit des Rücksprungs

Das Zurückspringen in vorangegangene Phasen ist auch Teil seiner Auffassung des Designprozesses und wird in der Matrix deutlich erkennbar an den Methoden, die unterhalb der diagonalen Teilung liegen. Diese Methoden sind analytischer Natur und sollen den Fehler finden, der dazu geführt hat, dass kein eindeutiger Output erkannt wurde.