2.9 Shift of focus analysis von Newkirk

1981 | Gradual shift of focus from analysis to synthesis von Bill Newkirk

Interessante Intention

Bill Newkirk, Professor für Design an der Rhodes Island School of Design in den USA, hat Architektur und Grafikdesign studiert und, was den Designprozess im Konkreten angeht, ein sehr schwammiges Modell entwickelt. Seine Intention dabei war ein sehr interessanter Ansatz an den Designprozess. Wahrscheinlich ist das Modell auch deshalb sehr allgemein und oberflächlich ausgefallen. Ungeachtet dessen ist die Darstellung des Umstandes, dass Analyse und Synthese beim Designprozess Hand in Hand gehen, sehr gelungen.

Analyse & Synthese stehen in Wechselwirkung

Wie bereits bei Lawson angedeutet, ist der Umstand, dass Analyse und Synthese in Wechselwirkung und Rückkopplung stattfinden, hier noch besser abgebildet. Auch Lawson kommentierte Newkirks Modell: »…Most of the maps of the design process which we have looked at seem to resemble more closely the non-designer, scientist approach than that of the architects: first analysis then synthesis. For the designers it seems, analysis, or understanding the problem is much more integrated with synthesis, or generating a solution…«. Dieses Zitat fasst Newkirks Modell sehr gut zusammen, obwohl noch zu beweisen wäre, dass die Synthese beim Designprozess gleichzeitig mit der Analyse startet. Dies werden wir später noch untersuchen.

Was bedeutet das für den Designprozess?

Rudimentäre Darstellung

Die sehr rudimentäre Darstellung ist natürlich nicht geeignet, wenn man den Designprozess konkret analysieren will. Aber in Newkirks Ansatz wird schnell klar, dass im Fortschreiten des Projektes die Gewichtung der Analyse abnimmt, während im Umkehrschluss die Synthese zunimmt und die Analyse bis zum Ende des Projektes nicht komplett verschwindet. Unklarheit wird demnach durch die Analyse in die Synthese (also das Artefakt) transformiert, um dann am Ende ein komplettes Produkt (Output) zu erhalten.

Amplitudenhaftes springen zwischen Analyse & Synthese

Die 45°-Diagonale geht zurück auf das Schema und müsste in der Realität eine wellenförmige Linie sein, die amplitudenhaft immer ein bisschen hauf und ab geht, während sie am Ende doch zu Analyse=0 und Synthese=100 konvergiert.