1.1.17 Dieter Rams

Klare Form, Materialgerechtigkeit und einfache Bedienbarkeit

Dieter Rams, geboren 1932 in Wiesbaden, stand mit seinen Gestaltungsansätzen, der HfG Ulm nahe – seine Entwürfe können durch eine klare Form, Materialgerechtigkeit und einfache Bedienbarkeit beschrieben werden. Seit 1955 war Rams für Braun tätig, zuerst als Architekt und Innenarchitekt, ab 1961 war er Leiter der Formgebung. Rams und Hans Gugelot entwickelten zusammen auch die Corporate Identity des Unternehmens. »Weniger Design ist mehr Design« (Meisel, T.: Design und Medienwandel (Magisterarbeit), Lüneburg 2004, S. 27), lautet sein Gestaltungsgrundsatz und er kann damit als Funktionalist beschrieben werden.

Viele seiner bei Braun entwickelten Produkte stehen heute im Museum of Modern Art in New York. Rams Produkte dienten und dienen auch heute noch als Vorbild für andere Hersteller wie z.B. Siemens, AEG, Telefunken, Krups, Rowenta und Apple. Mitte der 1970er begann Rams sein Design in zehn Thesen zu formulieren und entwickelte diese kontinuierlich weiter.

 10 Thesen von Dieter Rams

Gutes Design ist innovativ.
Gutes Design macht ein Produkt brauchbar.
Gutes Design ist ästhetisch.
Gutes Design macht ein Produkt verständlich.
Gutes Design ist unaufdringlich.
Gutes Design ist ehrlich.
Gutes Design ist langlebig.
Gutes Design ist konsequent bis ins letzte Detail.
Gutes Design ist umweltfreundlich.
Gutes Design ist so wenig Design wie möglich.

Mit seinen Ansichten (Gute Gestaltung, Einfachheit und zeitlose Modernität) kann er als Prototyp der Guten Form gelten.

Fazit Dieter Rams

»Gelebter« Funktionalismus

Rams setzte industriell um, was damals an der HfG Ulm gelehrt wurde und konnte bzw. kann als Legitimation der HfG Ulm Ausrichtung herhalten. Seine Produkte sind heute noch aktuell und damit zeigt er, dass »gelebter« Funktionalismus funktioniert und auch wirtschaftlich attraktiv sein kann – wie Peter Behrens verfolgte auch er mit seiner Gestaltung ein holistisches Konzept und entfernt sich so vom puren Oberflächenstyling und festigt so auch die Autorität des Designers in der Industrie.