KJ-Methode

Eine Ideensammlung wird individuell im Team angefertigt und dann in der Diskussion, ähnlich dem Affinitätsdiagramm, sortiert.

Die KJ-Methode hat seinen Namen von dem japanischen Anthropologen Jiro Kawakita und ähnelt stark dem Affinitätsdiagramm. Am Anfang der Methode werden in eienr Gruppe Ideen auf kleinen Haftnotiz-Zetteln gesammelt. Dies geschieht jedoch erst einzeln. Die Gruppe sollte möglichst multidisziplinär sein, damit die Sichtweisen im Team möglichst divers sind. Ist eine kritische Masse an Karten (ca. 50-200 Einzelkarten) gesammelt worden, werden diese in der Gruppe (zum Beispiel an einer Wand) organisiert. Die Strukturierung der Zettel erfolgt dabei, genau wie beim Affinitätsdiagramm, in Themen, die sich aus den Inhalten der Zettel ergeben und ebenfalls im Team erarbeitet werden. Jetzt werden die Beziehungen zwischen den Kategroien untersucht und visuell (zum Beispiel durch Pfeile) hervorgehoben und festgehalten. Anschließend wird das Ermitteln der Beziehungen vertieft und auch zwischen den untergeordneten Aspekten der Problemkategorien werden Beziehungen gezogen. Das Ergebnis der KJ-Methode ist eine Karte der Problemlandschaft, die auch Beziehungen zwischen den einzelnen Aspekten und Oberkategorien enthält. Daraus ergibt sich eine Übersicht der Kategorien und der Abhängigkeiten eines Problems bzw. Problemraumes.

Einsatzmöglichkeiten

Der Einsatz dieser Methode sollte erfolgen, wenn man bereits Wissen über Details und die Problemstellung an sich gesammelt hat. Der Zeitaufwand und auch die Kosten der Durchführung sind sehr gering. Die Methode ermöglicht das Aufzeigen von Beziehungen und Abhängigkeiten und durch die Beschäftigung und Strukturierung erfolgt ein tieferes Verständnis des Problems bei den Teilnehmern dieser Methode. Es entsteht eine strukturierte Visualisierung, die auch die weitere Recherche unterstützen kann und den Teammitgliedern hilft, alle Aspekte auf einen Blick zu erfassen. Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, dass auch introvertierte Teammitglieder optimal in den Sammlungsprozess miteingebunden werden können, da jeder für sich seine Zettel anfertigt. Eine gegenseitige Beeinflussung findet nur im zweiten Teil der Methode statt (bei der Sortierung der Post-Its). Dadurch ist die Methode auch schneller als eine herkömmliche Teambesprechung, da Informationen parallel von jedem Mitglied erarbeitet werden. Bei einer Teambesprechung kann immer nur ein Mitglied des Teams sein Anliegen vorbringen, während die anderen in dieser Zeit zuhören müssen.

Fehlerquellen

Bei komplexen Problemen oder der zu frühen Anwendung im Prozess kann es dazu kommen, dass bestimmte Aspekte eines Problems nicht erkannt werden oder falsche Schlüsse gezogen werden. Die Anwendung in einer sehr homogenen Gruppe (bezogen auf die Perspektiven und Hintergründe der einzelnen Gruppenmitglieder) wird wahrscheinlich sehr wenig neue Erkenntnisse bringen und kann unter Umständen zum Projekt kaum etwas beitragen.

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