Cultural Probes

Hier soll dem Probanden, einer vorher definierten Zielgruppe, Möglichkeiten an die Hand gegeben werden, seine Gedanken, Gefühle und Umgebung in verschiedener Form zu dokumentieren.

Sobald man seine Zielgruppe festgelegt hat, kann man diese Methode benutzen. Dabei geht es eher um einen experimentellen, explorativen Zugang zu nutzerorientierten Daten. Diese Methode sorgt dafür, seine Zielgruppe vor allem emotional zu verstehen. Traditionelle Methoden, wie Video- oder Audiobeobachtung, können zu stark verfälschten Ergebnissen führen, da sich die Probanden beobachtet fühlen und sich nicht natürlich verhalten. Insbesondere in der natürlichen Umgebung des Probanden kann es, wegen der Störung der Privatsphäre, zu gestörten Ergebnissen kommen. Generell zeigen traditionelle Methoden nur auf was Menschen tun, nicht aber, warum sie es tun bzw. was sie dabei denken.

Die Cultural Probes eignen sich dazu, auch in schwer zugänglichen Settings Einblick zu erhalten, weil die Probanden selbst Aufzeichnungen und Eindrücke ihrer Umgebung und ihrer Gedanken und Meinungen sammeln. Wie sie das tun ist nicht genau definiert und hängt auch stark von der Zielgruppe und anderen Faktoren ab. Beispiele für die sogenannten Probes wären Wegwerfkameras mit dem die Probanden, aufgrund von bestimmten Instruktionen, Dinge dokumentieren; ein Diktiergerät, mit dem Sounds aus der Umgebung oder Gedanken des Probanden in bestimmten Situationen festgehalten werden können. Wichtig ist zudem, dass die Probes mit einer Aufforderung bzw. einer konkreten Instruktion daher kommen und zu einer impliziten Handlung mit diesem Objekt auffordern. Dieses Probes-Kit wird dann an freiwillige Probanden ausgegeben. Da diese Methode einen eher explorativen Charakter besitzt, können die Ergebnisse auch nicht zwangsläufig interpretiert werden. Sie dient eher der (assoziativen) Inspiration des Designers.

Einsatzmöglichkeiten

Generell kann diese Methode nur als Ergänzung zu anderen ethnographischen Methoden verwendet werden und kann nur als Zusatz zu diesen Grundverständnis-Methoden gesehen werden.

Fehlerquellen

Dadurch, dass die Medien der Dokumentation nicht genau definiert sind und von Fall zu Fall vom Designer ausgewählt werden, ist auch nicht garantiert, dass die gewünschten Ergebnisse erreicht werden. Generell ist diese Methode durch ihren experimentellen Charakter nicht für schnelle und aussagekräftige Ergebnisse geeignet, kann aber neue Inspirationen und Perspektiven beim Designer erzeugen.

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